Aufbau eines Reallabors

Kreislaufwirtschaft lässt sich auch im 3D-Druck praktizieren. Nämlich dann, wenn Rest- und Abfallstoffe anstelle von Kunststoff verwendet werden. Ein Reallabor will zeigen, dass es funktioniert.

Reststoffe für den 3D-Druck


Die Bergakademie Freiberg hat den Aufbau eines Reallabors gestartet, in dem künftig mittels 3D-Druck neue Produkte aus Abfall oder nachwachsenden Rohstoffen erprobt werden. Ziel sei es, Kunststoff zu ersetzen und eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen, sagte der Koordinator des SAMSax-Projekts, Henning Zeidler, am Donnerstag.

Eingesetzt werden könnten bei dem Verfahren verschiedenste Pulver etwa aus Stroh, Holzmehl und Papierfasern, aber auch Reststoffe aus industrieller Produktion. Per 3D-Druck könnten daraus neue Teile und Produkte hergestellt werden, etwa Elemente für Bühnenbilder, Architekturmodelle oder Verpackungen, die zum Beispiel Styropor ersetzen.

„Die Technologie steht“, sagt Zeidler, der als Professor an der TU Freiberg lehrt. Ziel sei eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen in der Region, die hier die Umsetzung ihrer Ideen testen können. Dazu gebe es schon 50 feste Partner sowie weitere Kontakte über verschiedene Netzwerke.

Auch größere Stückzahlen möglich

Für die Möglichkeiten des Verfahrens interessieren sich unter anderem die Geomin Erzgebirgischen Kalkwerke, die etwa in Hammerunterwiesenthal weißen Marmor abbauen. Bei der Produktion von Baustoffen fielen Nebenbestandteile wie Gesteine und Stäube an, die entsorgt werden müssten, erklärt Richard Kühnel von Geomin. Die Idee sei, solche Gesteinsmehle stattdessen für neue Produkte zu verwenden. Das 3D-Druck-Verfahren biete hierzu vielversprechende Möglichkeiten. 

Der Aufbau des Reallabors wird vom Land mit einer Million Euro gefördert. Laut Zeidler sollen die Geräte Anfang kommenden Jahres arbeitsfähig sein. Mit dem Verfahren könnten beliebig komplexe Formen erzeugt werden bis zu einem Volumen von einem Kubikmeter.

Dabei gehe es auch um größere Stückzahlen von mehreren Hundert oder Tausend Exemplaren. Neben der Bergakademie Freiberg sind auch die Technischen Universitäten Dresden und Chemnitz an dem Projekt beteiligt.

320°/dpa

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