Responsive Menu Pro Image
Responsive Menu Pro Image Responsive Menu Clicked Image
Anzeige
Home / Allgemein / Recyclingfähigkeit: Colgates Zahnpastatube erfüllt EU-Standards
Verpackungen

Recyclingfähigkeit: Colgates Zahnpastatube erfüllt EU-Standards

Schon bald sollen Colgates erste recyclingfähige Zahnpastatuben in den Handel kommen. Dass die Tuben tatsächlich recycelbar sind, wird dem Unternehmen nun von Gutachtern bescheinigt. Allerdings haben die Tuben noch einen Schönheitsfehler.

Zahnpflegeprodukte sind oft noch alles andere als nachhaltig: Zahnbürsten bestehen aus Plastik, Zahnseide aus Nylon. Zahnpastatuben aber sind besonders problematisch. Sie bestehen üblicherweise aus einer dünnen Aluminiumschicht, die umhüllt wird von Verbundplatten aus einem Kunststoffmix. Dieser Materialmix macht es unmöglich, die Tuben mit herkömmlichen Methoden zu recyceln.

Colgate Zahnpastatube_komprimiert (c) Colgate-Palmolive
Colgate-Palmolive

Recyclingfähige Zahnpastatube

Der Hersteller Colgate-Palmolive hat dieses Problem offenbar gelöst. Bei seiner recycelbaren Tube kommt größtenteils nur noch ein einziger Kunststoff zum Einsatz: High-Density-Polyethylen (HDPE) – der nach PET wohl am weitesten verbreitete Kunststoff für Verpackungen. Bislang galt HDPE allerdings als zu steif, um daraus verformbare Tuben herzustellen. Es sei denn, dass man HDPE in verschiedenen Qualitäten und Dicken kombiniert, so wie es offenbar die Colgate-Ingenieure getan haben.

PET-Bestandteil drückt auf Recyclingertrag

Die neue Rezeptur will Colgate für die beiden Tuben seiner Marke „smile for good“ anwenden und im März dieses Jahres auf den Markt bringen. Ab 2025 will der Hersteller nach eigenen Angaben alle seine Tuben aus dem recycelbaren Material herstellen. Die Recyclingfähigkeit der neuen Tube wird nun auch von der Online-Plattform von Plastics Recyclers Europe RecyClass bestätigt. Dasselbe hatte zuvor der US-amerikanische Verband der Plastik-Recycler APR der Tube attestiert.

Die EU-Initiative, die an der Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen arbeitet, beruft sich dabei unter anderem auf Testergebnisse des Instituts für Kunststofftechnologie und -recycling (IKTR). Demnach verhalten sich die neuen Tuben, die unter der Bezeichnung “S.-VF1“ laufen, in einem Recyclingstrom aus HDPE-Verpackungen unproblematisch.

Laut RecyClass kann das zurückgewonnene Recyclat für die Herstellung neuer ähnlicher HDPE-Verpackungen genutzt werden. Zwar würden die aus diesem Recyclat hergestellten Verpackungen im Vergleich zu Verpackungen aus anderen HDPE-Recyclaten Unterschiede aufweisen. Diese seien aber nur minimal und hätten keinerlei negativen Effekt.

Colgate will Erkenntnisse mit Wettbewerbern teilen

Ein Schönheitsfehler ist aber offensichtlich noch das in der Tuben-Schulter verwendete Insert aus PET. Dieser Bestandteil bringt es auf einen Massenanteil von immerhin 20 Prozent. In Recyclingprozessen geht das PET aus dem Insert offenbar verloren. Das drücke unterm Strich auf den Recyclingertrag, erklärt RecyClass. Die Online-Plattform gibt Colgate daher die Empfehlung, hier noch nachzubessern.

Sein Wissen will Colgate übrigens nicht für sich behalten. Der Konzern hat angekündigt, seine Erkenntnisse mit seinen Wettbewerbern zu teilen. „Wenn wir recycelbare Zahnpastatuben in den Unternehmen standardisieren, gewinnen wir alle“, sagte Colgate-Palmolive-CEO Noel Wallace unlängst.

„Wir wollen, dass alle Zahnpastatuben – und schließlich alle Arten von Tuben – die gleichen Recyclingstandards von Drittanbietern erfüllen, die wir erreicht haben“, betonte Wallace Miteinander konkurrieren könnten die Unternehmen schließlich mit dem, was in den Tuben sei.

 

© 320°/mk | 27.01.2020

Kommentar verfassen

Anzeige
Anzeige

Mehr auf 320°

Mehr auf 320°